english français

Grenzenlos lebenswert

Baumfällarbeiten am Oberhausberg

07.02.2020 - Notwendige Verkehrssicherungsmaßnahmen aufgrund von Eschentriebsterben

Die notwendigen Verkehrssicherungsmaßnahmen stellen Stadtförster Christian Emig (von rechts), Bereichsleiter städtischen Liegenschaften Herbert Zillinger und Stadtgärtnereileiter Hermann Scheuer.
Notwendige Verkehrssicherungsmaßnahmen aufgrund von Eschentriebsterben

Das Eschentriebsterben ist mittlerweile auch in der Stadt Passau festzustellen. Insbesondere ist der Eschenbestand am ilzseitigen Oberhausberg massiv von dem Pilzbefall betroffen. Aus diesem Grund ist zur Verkehrssicherung an der Ferdinand-Wagner-Straße und im Bereich des Pandurenwegs eine umfangreiche Baumfällaktion erforderlich. Diese wird voraussichtlich am Mittwoch, 12.02.2020 beginnen. Die Ferdinand-Wagner-Straße und der Pandurenweg sind während der Fällarbeiten komplett gesperrt. Die Umleitung erfolgt über die Ries und den Rennweg. Es wird davon ausgegangen, dass die Maßnahme je nach Witterung ca. 2 Wochen andauern wird.

Das Eschentriebsterben ist eine in ganz Europa auftretende Pilzerkrankung, die die Blätter, die Triebe, die verholzten Bereiche und insbesondere auch die Wurzeln der Eschen schädigt. Bei den Bäumen an der Ferdinand-Wagner-Straße bzw. am Pandurenweg wurde das Eschentriebsterben in fortgeschrittenem Stadium prognostiziert, weshalb eine Standsicherheit mit Laub im Sommer nicht mehr gewährleistet ist.

Die Baumfällarbeiten beschränken sich auf das unbedingt notwendige Maß. Die Eschen werden entlang des Straßenbereichs in einfacher Baumlänge (ca. 40 m) entfernt. Die Stadt Passau rechnet mit Kosten in Höhe von rd. 20.000 Euro.

Selbstverständlich ist vorgesehen, die betroffenen Flächen wieder aufzuforsten. In enger Abstimmung mit der Dienststelle Umweltschutz werden klimatolerante Baumsorten ausgewählt.

Grundsätzlich sind Eschenbestände jeglichen Alters in Wald und Flur betroffen. Die erkrankten Bäume am Oberhaushang sind zwischen 40 und 120 Jahre alt.

Die Sporen des Pilzes befallen zuerst die Blätter der Eschen, weshalb hier die ersten Symptome in Form von bräunlichen abgestorbenen Stellen (Nekrosen) zu sehen sind. Das Holz unterhalb dieser Nekrosen ist blau-grau bis dunkelbraun verfärbt. Triebumfassende Nekrosen unterbrechen die Wasserversorgung des Astes, so dass Pflanzenzeile welken und absterben. Der Erreger breitet sich über die Blattstiele und Triebe weiter bis in Äste und Holz der Bäume aus. Die Verfärbungen ziehen sich in den Stamm hinein und sind im Längs- oder Querschnitt befallener Äste gut zu erkennen.

Ein charakteristisches Merkmal für das Eschentriebsterben sind die von weiten erkennbaren verbuschten Kronen mit abgestorbenen Ästen sowie verwelkte und abgestorbene Blätter, die durch den Baum nicht aktiv abgeworfen werden.

Grundsätzliches der Stadtgärtnerei Passau zu den Baumpflegearbeiten

Bäume in einer Stadt tragen wesentlich zur Steigerung der Lebensqualität bei und mildern die Extreme des Stadtklimas. Zudem sind sie wichtig für das Stadtbild. Sie filtern Staub, reinigen die Luft, spenden Schatten und wirken an heißen Sommertagen durch ihre Transpiration kühlend.

Oberste Priorität bei der Baumpflege der Stadt Passau haben die Pflege und der Erhalt von alten und jungen Bäumen, sowie das Anpflanzen von neuen Bäumen. Die Stadtgärtnerei Passau hat die Verkehrssicherungspflicht für 11.000 Bäume in den städtischen Grünflächen.

Für all diese Bäume ist ein entsprechend hoher Pflegeaufwand erforderlich. Ihr Zustand wird regelmäßig untersucht und der Befund dokumentiert. Die Vitalität von Straßenbäumen wird durch Faktoren wie Stadtklima, knappes Raumangebot, Bodenverdichtung, Beschädigung und Abgasbelastung vermindert. Die extremen Klimaschwankungen verstärken das Sicherheitsrisiko auffallend, gerade durch die heißen Sommer (besonders 2003, 2006 und 2019) hat die Vitalität der Bäume zusätzlich gelitten.

Bei der Bewertung hinsichtlich des Erhalts oder der Fällung von Bäumen müssen die städtischen Fachstellen täglich zwischen Aspekten des Naturschutzes, der Verkehrssicherheit und der Ästhetik abwägen. Ein internes Expertenteam der Stadt Passau aus den Bereichen Gärtnerei, Naturschutz und Waldpflege gewährleistet, dass alle Belange bestmöglich berücksichtigt werden. Bei den Untersuchungen kommt regelmäßig auch ein Schalltomograph zum Einsatz, der die Laufzeit der Schallimpulse misst und so ein Querschnittsbild des Holzzustandes in der Tomographieebene erstellt.

Bei einem geschädigten Baumbestand wird aber auch geprüft, ob es nicht sinnvoller ist, diesen durch Neupflanzungen zu ersetzen, wenn Faulungen und Pilzbefall im Wurzel- und Stammbereich ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Zurück nach Oben