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Grenzenlos lebenswert

Gedenken an die Reichspogromnacht

09.11.2018 - Kranzniederlegung zu Ehren der Opfer des Nationalsozialismus

Oberbürgermeister Jürgen Dupper (vorne, 2. von links) bei der Kranzniederlegung mit Schülerinnen und Schülern der Mittelschule St. Nikola am Mahnmal an der Innpromenade.
Gedenken zur Reichspogromnacht

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, also vor genau 80 Jahren fanden überall in Deutschland Pogrome der so genannten „Reichskristallnacht“ statt. Zum Gedenken an dieses schreckliche Ereignis, das symbolhaft für die Verfolgung der jüdischen Mitbürger steht, legte Oberbürgermeister Jürgen Dupper gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Mittelschule St. Nikola einen Kranz am Mahnmal an der Innpromenade nieder. An der Gedenkstunde nahmen neben Vertretern aus Kirche, Politik, Universität, Behörden, Verwaltung und Schulen auch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger teil.

Oberbürgermeister Jürgen Dupper: „Man kann diese Geschichte nur erzählen. Verstehen wird man das, was damals geschehen ist, nie können. Jedoch, der 9. November 1938 zeigt exemplarisch, welch verheerende Folgen Diffamierung, Ausgrenzung und Entrechtung von Minderheiten haben können, und er führt uns die Dimension unserer Verantwortung vor Augen, mit der eigenen Freiheit im Denken und Handeln umzugehen. Angesichts zunehmender populistischer und extremistischer Tendenzen auf nationaler und internationaler Ebene ist das Thema hochaktuell.

Die meisten Menschen leben in der Vorstellung, dass die geordnete Welt, in der wir hier gegenwärtig leben, naturgemäß gegeben ist. Vielfach wird nicht darüber nachgedacht, wie wenig selbstverständlich die humane Orientierung unserer Gesellschaft und vor allem unsere Staatsform, die Demokratie, sind. Das Erinnern an einem Tag wie heute soll Orientierung geben. Es sollen Menschenfreundlichkeit und Demokratie in den Herzen und in den Köpfen so gestärkt werden, dass sie gegen extremistische Verführung, gegen Rassismus und Antisemitismus immun sind. Denn dass Demokratie verlorengegangen ist, merkt man erst, wenn sie nicht mehr da ist.“

Die Gedenkfeier wurde von einer M-Klasse der Mittelschule St. Nikola gestaltet. Bereits am Vormittag hatten Schülerinnen und Schüler dieser Schule, des Gymnasiums Leopoldinum, des Gisela-Gymnasiums Niedernburg und der Berufsschule II sowie Verbände der Evangelischen Jugend und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend an drei Verlegeorten der STOLPERSTEINE (Nikolastraße 10, Ludwigstraße 19 und Angerstraße 41) ein spezielles Gedenken veranstaltet. Die genannten Schulen und Jugendorganisationen sind Paten für insgesamt 14 STOLPERSTEINE, die seit 2015 an das Schicksal ehemaliger jüdischer Mitbürger in Passau erinnern.

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